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Ferngläser
Das
Fernglas ist eines der wichtigsten Utensilien des Jägers. Ohne seine Hilfe ist
ein Ansprechen (identifizieren) des Wildes - zumindest auf weitere Entfernung -
nicht (sicher) möglich. Qualitativ hochwertige Gläser sind mit Gasen gefüllt
(die ein Beschlagen von innen verhindern) und Mehrfachvergütet, d.h. durch eine
Oberflächenbehandlung der Linsen wird eine höhere Lichttransmission erreicht:
Das Bild wird vorallem in der Dämmerung und beim Nachtansitz schärfer und
klarer.
Kleinere Ferngläser werden aufgrund ihres geringeren Gewichts überwiegend für
die Pirsch verwendet. Gläser für den (Nacht-)Ansitz haben einen größeren
Objektivdurchmesser, meist 56 mm. Die Vergrößerung sollte 8 fach nicht
unterschreiten.
Die Dämmerungszahl dient als
standardisierter Wert zum Vergleich der Leistung von optischen Geräten bezüglich
der Detailerkennbarkeit insbesondere unter schlechten Lichtbedingungen.
Die Dämmerungszahl errechnet sich aus der Quadratwurzel des
Produkts von Vergrößerung und Objektivdurchmesser. Bei einem 8x56 Fernglas also:
8 x 56 = 448 Wurzel aus 448 = 21,17
Ein 12x50 Fernglas hätte
dementsprechend eine Dämmerungszahl von 24,5. Die Dämmerungszahl des Fernglases
allein reicht zur Beurteilung der Dämmerungsleistung eines Fernglases nicht aus,
hierfür zieht man noch die Größe der Austrittspupillen heran.
Die
Austrittspupille beschreibt die Größe des Bildpunktes (in mm), welcher am Ihnen
zugewandten Ende des Fernglases, den Okularen, auf die Augen trifft. Je größer
die Austrittspupille, desto heller erscheint die Abbildung. Die Austrittspupille
ist der wichtigste und am einfachsten zu vergleichende Indikator für die
Dämmerungsleistung eines Fernglases.
Die Austrittspupillen sollte
aus einigen cm Abstand als scharf umgrenzten hellen Kreis zu erkennen sein (ein
weicher Rand deutet auf schlechte Qualität hin). Die Größe der Austrittspupillen
errechnet man, indem der Objektivdurchmesser durch die Vergrößerung geteilt
wird. So haben die Austrittspupillen eines Glases mit den Daten 8x56 einen
Durchmesser von 7mm.
Wie nutzbringend eine große Austrittspupille ist, hängt unter anderem auch von
den Augen und vom Alter des Beobachters ab, denn die Fähigkeit der Pupillen des
menschlichen Auges zur Vergrößerung bei Dunkelheit lässt mit zunehmendem Alter
nach: während die Pupillen eines jungen Beobachters noch einen Durchmesser von
bis zu 7mm annehmen können, beschränkt sich die maximale Ausdehnung zum Beispiel
bei einem 50-jährigen auf nur noch 5mm. So können die Augen eines älteren
Naturfreundes das Licht einer 6,5mm großen Austrittspupille nicht mehr
vollständig nutzen, wenn die Pupillen seiner Augen nur 5mm groß sind. Ein (dann
auch leichteres) Glas mit kleineren Austrittspupillen wäre eine sinnvollere
Anschaffung, weil hiermit kein Licht "verschwendet" wird. (aus
orniwelt.de)
Die Fokussierung
erfolgt nach dem einmaligen Scharfstellen der Okulare über ein zentral
angeordnetes Rad, oder ist bei hochwertigen Gläsern gar nicht nötig (scharf von
20m bis unendlich).
Gläser der
Spitzenklasse kommen von Leica, Zeiss und Steiner, wie das von mir genutzte
Steiner Nighthunter 8x56 XP
Zielfernrohre und Absehen
Zielfernrohre (ZF)
werden mittels einer Montage (Fest- oder Wechsel- bzw. Schwenkmontage) auf der
Waffe befestigt. Die Montage sollte ebenso hochwertig sein wie das ZF und kann
leicht bis zu 400 € kosten. Hochwertige Zielfernrohre mit beleuchtetem Absehen von Zeiss, Schmidt &
Bender, Swarowski oder NightForce für Büchsen schlagen mit ca. 1000 - 2500 € zu Buche.
Diese Summen sind jedoch gut angelegt, schließlich korrigieren Zielfernrohre die
Schwächen der Gewehre.
Neben den oben beschriebenen optischen Qualitätsmerkmalen sind bei ZF die
Absehen besonders wichtig. Neben den bekannten klassischen Jagdabsehen (Nr. 1,
4, 11, 44 usw.) verwende ich das militärische Mildotabsehen, mit dem es schnell
möglich ist, den Kugelfall durch "drüber oder drunterhalten" (siehe
Ballistik) zu
kompensieren.
Generell gilt, dass die Zielfernrohre
-
eine variable
Vergrößerung haben sollten
-
ein beleuchtetes Absehen
haben sollten (gerade für den Nachtansitz auf Sau)
-
ein Absehen haben
sollten das nicht zu viel vom Ziel abdeckt (Achtung 1. bzw. 2. Bildebene bei
var. ZF)
-
hohe optische
Kennwerte erreichen (s.o.)
Ansonsten sollte jeder
das ZF verwenden, was ihm am besten gefällt, denn in die Unterschiede in der
Spitzenklasse sind marginal.
Ich habe jahrelang das
NightForce NXS 5,5-22 x 56
mit
Mildot Absehen
im Jagdeinsatz gehabt. Dieses ZF ist bei vielen militärischen und
polizeilichen Spezialeinheiten aufgrund der exzellenten Qualität und Robustheit
im Einsatz. Mit der 5,5 fachen Vergrößerung ist es gerade noch möglich im Wald zu jagen, als
auch bei 22 facher Vergrößerung auf dem Feld oder im Gebirge auf Entfernungen über 300m, wenn es die
anderen Umstände erlauben. Das Mildot Absehen ist beleuchtet und vergrößert sich
nicht mit, deckt daher nur wenig vom Ziel auf große Entfernungen ab. Da das
Absehen mit Laser gefertigt wurde, ist es sehr fein und hat Mildots, die in der
Mitte durchsichtig gestaltet sind. Durch den linksseitig angebrachten
Parallaxenausgleich am dritten Verstellturm ist es möglich, Ziel-Entfernungen
bis 200m sicher durch eine selbst angebrachte Skala bei voller Vergrößerung zu
bestimmen.
Aktuell nutze ich ein Schmidt & Bender der Police Marksman (PM2) Produktlinie:
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