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KURZWAFFEN  


Kurzwaffen (oftmals auch als Faustfeuerwaffen bezeichnet) sind Waffen, die im jagdlichen Einsatz hauptsächlich zum Jagschutz oder zur Nachsuche, teilweise auch bei der Fallenjagd eingesetzt werden. Man unterscheidet zwischen Pistolen und Revolvern.


HK USP                                        SW Security Spezial

 

Revolver

Ich führe einen Smith & Wesson Security Spezial in .357 Magnum. Wer einmal einen S&W Revolver in den Händen gehalten hat (nachdem man den "billigen" standardmäßigen Gummi-Griff durch erlesene Holzgriffschalen ersetzt hat), wird die Qualität sofort bemerken. Eine Überarbeitung des Abzuges und des Laufüberganges bietet sich aber dennoch an und rechtfertig diese Zusatzinvestition auf jeden Fall. Weltweiter Service und Garantie mitinbegriffen, - neben den harten Fakten sprechen hier zudem auch emotionale Gründe - halt ein kleines Meisterstück.

Aufgrund des Trommelmagazines (6 Schuss) ist diese Faustfeuerwaffe hervorragend für die (Kurzwaffen-) Nachsuche geeignet (bei Fehlzündung einfach den Abzug nochmals betätigen). Das .357 Magnum Kaliber ist im allgemeinen ausreichend (Teilmantel oder Vollmantel). Die Lauflänge sollte 4 Zoll betragen, um nicht zuviel Energie verfliegen zu lassen und den Feuerschein klein zu halten. .44 Magnum tut eigentlich nicht Not, zudem schlägt dieser schon gewaltig in der Hand, - das macht nicht immer Freude.  Wer jedoch von vornherein weiß, dass es kapitale Stücke nachzusuchen gilt (80 kg Keiler aufwärts), dem empfehle ich eine Büchse mit kräftigem Kaliber.

 

Pistolen

Ich führe eine Heckler & Koch USP in .45 Auto (.45 ACP). Diese Pistole, ursprünglich für den Einsatz beim Militär und der Polizei konzipiert, ist eine äußerst robuste und präzise Waffe. Es gibt zahlreiche Untervarianten, wie die HK SOCOM, Expert, Compact usw.

Für etwas größere Hände und den Jagdschutz ist die normale USP aber bestens geeignet und ausreichend. Für bessere Ergebnisse habe ich mir zudem noch einen Trigger-Stop einbauen lassen. Das Kaliber .45 eignet sich sowohl zum Eigenschutz (Einsatz von Hohlspitzgeschoss wie z.B. HPJ Remington Golden Saber Bonded .45 ACP +P) als auch zum Fangschuss (Einsatz von Vollmantel-Rund- oder Falchkopf).  Die Munition kann selbstverständlich auch für den jeweils anderen Zweck eingesetzt werden, jedoch mit den Einschränkungen Stoppwirkung bzw. Mannstoppwirkung und Durchschlagskraft. Die Magazinkapazität in diesem Kaliber beträgt ausreichende 12 Schuss.
.45 Auto (ACP) ist der 9mm (in Teilen) im jagdlichen Einsatz überlegen.

Hinsichtlich der Sicherung kann man die USP nur empfehlen. Es bieten sich die Möglichkeiten die geladenen Waffe ungespannt zu führen (Entspannhebel) und im Double Action wie ein Revolver zu nutzen (in den Varianten gesichert und entsichert) als auch im geladenen und gespannten Zustand (gesichert oder entsichert).

 

Kurzwaffenmunition

Bei der Munition für Kurzwaffen im jagdlichen Einsatz ist insbesondere auf den Einsatzzweck zu achten. Die häufigste Verwendung ist die Kurzwaffe als Fangschusswaffe. Darüber hinaus wird sie aber auch eingeschränkt als Nachsuchewaffe und zum Jagdschutz (Eigen-Personenschutz) eingesetzt.

  • Fangschuss: die Munitionswahl für den Fangschuss ist relativ unkritisch. Die meisten handelsüblichen Kaliber haben ausreichend Energie, um einen gezielten tödlichen Fangschuss auf bereits im Wundbett liegende und geschwächte Tiere anzutragen. Auch hinsichtlich der Geschossart kommen unterschiedliche Typen in Frage, die mehr oder weniger gleichwertig ihren Zweck erfüllen. Auf sehr große Splitterwirkung sollte verzichtet werden, da unnötig Wildpret entwertet werden kann und darüber hinaus ggf. am Stück anwesende Jagdhunde (durch Querschläger / Splitter) verletzt werden können.

  • Nachsuche: für die Nachsuche sollte die Kurzwaffe nur in eingeschränktem Umfang eingesetzt werden, die Energie und damit verbundene Tiefenwirkung ist zu gering, um bei annehmenden starkem Wild (z.B. waidwunder Keiler) eine notwendige augenblickliche Tötungswirkung zu erzielen. Hier sind Langwaffen (am besten mit Fluchtvisierung / Leuchtpunkt) gefragt. Werden Kurzwaffen für die Nachsuche eingesetzt, dann sollte zumindest eine starke Laborierung bevorzugt werden, z.B. .357 Magnum oder auch ein .44 Magnum Revolver. Harte Vollmantel Geschosse (Flach- oder Rundkopf) begünstigen die Penetration / Tiefenwirkung und damit ein sicheres Vordringen in die gewünschte Zielregion (z.B. Gehirn) durch dicke Knochenschichten hindurch.
    Pistolen, ob .45 ACP oder 9mm kommen schnell an ihre Leistungsgrenzen, - es ist genau abzuwägen ob sie die geeignete Bewaffnung für eine anstehende Nachsuche sind.

  • Jagdschutz: Ein führige und verdeckt zu führende Kurzwaffe ist eine wichtige Voraussetzung für den täglichen Einsatz im Revier. Die stärkste Mannstoppwirkung erzielen Hohlspitzgeschosse durch starke Deformation und damit Energieabgabe.
    Generell ist aber zu Bemerken, dass die sagenumwobene "sofortige Stoppwirkung" nicht durch Faustfeuerwaffen oder Langwaffen trotz bester Munitionswahl herbeizuführen ist, sondern nur durch entsprechende Zielwahl (Zentralnervensystem).
    ACHTUNG / WICHTIG: Beim Einsatz (dazu zählt auch schon die Drohung) von KW zu Jagdschutzzwecken ist die Gesetzeslage genauestens zu beachten, um rechtliche Konsequenzen zu vermeiden. Lieber einmal mehr die Beine in die Hand nehmen oder / und Unterstützung anfordern als sich auf ein ungewisses Ende einzulassen. Falls der Ernstfall dennoch eintritt: Klare, eindeutige und unmissverständliche Ansagen / Aktionen.

Im Folgenden werde ich zukünftig berichten über...
Revolvermunition .357 Magnum und .44 Magnum Pistolenmunition .45 ACP (.45 Auto) und 9mm