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JAGDFORMEN / JAGDARTEN
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Die Jagd wird auf unterschiedliche Art und
Weise ausgeübt. Im folgenden sind die gebräuchlichsten Jagdformen /
Jagdarten kurz
beschrieben. Verschiedene Eindrücke, Augenblicke und Szenen der Jagd sind
in der Bildergalerie
Jagdeindrücke zu finden.
Drückjagd / Treibjagd
(Bewegungsjagd)
Die Drückjagd ist eine
Jagdform der Gesellschaftsjagd mit langer Tradition. Sie Unterscheidet
sich von der Treibjagd dadurch, dass die Drückjagd überwiegend im Wald auf
Schalenwild (also Schwarzwild, Rotwild, Damwild, Rehwild usw.
stattfindet), Treibjagden werden hingegen meist in der Feldflur auf
Niederwild (Hase, Fasan, Fuchs, aber ohne Rehwild) abgehalten; die
typische Bewaffnung ist die Flinte mit Schrot. Bei der Drückjagd wird
überwiegend die Büchse oder die kombinierte Waffe eingesetzt.
Drückjagd im Detail
Neben den Treibern gibt
es auch sogenannte „Durchgehschützen“, die meist auch Hundeführer sind.
Beide ziehen in einer Kette durch den zu bejagenden Revierteil. Im Prinzip
treiben bzw. „drücken“ die Treiber und Hunde das Wild aus Ihren Einständen
zu den an Wechseln oder Schneisen platzierten Schützen(reihen). Eine
Drückjagd sollte im optimalen Fall revierübergreifend stattfinden, um zum
Einen die Beunruhigung im Wald auf ein zeitliches Minimum zu begrenzen,
zum Anderen hält sich (flüchtiges) Wild nicht an Reviergrenzen, es
wechselt - gerade unter Stress – häufig in benachbarte Reviere.
Die Drückjagdsaison
beginnt im Herbst und endet meist im Februar. Drückjagden werden
durchgeführt, um durch eine konzentrierte und einmalige Großaktion in den
Wildbestand einzugreifen. Dabei kommt das Wild den Schützen vertraut, oft
wird es durch den Spurlaut der jagenden Hunde bereits angekündigt. Das
Wild zieht oft an mehreren Schützenständen vorbei und kann in der Regel
gut angesprochen und mit einem sauberen Treffer erlegt werden. Oberstes
Ziel ist es, in den Schwarzwildbestand einzugreifen, um dem rasanten
Populationszuwachs (Vermehrungsraten von bis zu 400% pro Jahr)
entgegenzuwirken. Hauptsächlich soll in die Altersklasse der Frischlinge
und Überläufer eingegriffen werden; führende, besonders Leitbachen sind zu
schonen, um die Familienverbände zu erhalten. Bei der Jagd auf Keiler ist
drauf zu achten, dass diese (hochflüchtig) nicht mit ausgewachsenen Bachen
verwechselt werden, da diese kurzfristig im Rahmen der
Drückjagdbeunruhigung vom Verband getrennt worden sein können. Im weiteren
Fokus stehen zudem Kahlwild / Kälber und Ricken / Kitze. Hohe Priorität
sollte auch die Bejagung des Fuchses haben. Übergeordnete Ziele sind
daraus folgend: Rückgang von Wildschäden (Verbiss- und Schälschäden,
gebrochene Äcker etc.), Eindämmung von Krankheiten (Schweinepest, Tollwut
etc.) und nicht zuletzt die Gewinnung von hochwertigem Wildpret (Fleisch).
Die Durchführung einer erfolgreichen
Drückjagd erfordert eine professionelle Vorbereitung; nur so stellt sich
der gewünschte bzw. mögliche Erfolg ein. In den letzten Jahren und
Jahrzehnten hat sich einiges im Umfeld der Drückjagd geändert.
Ein zeitgemäßes Drückjagdkonzept kann folgendermaßen ausschauen:
Allgemein:
Großräumige,
revierübergreifende Drückjagden ab ca. 500ha zusammenhängender
Waldfläche
Einbeziehung der jagdlichen Nachbarn bei der Planung und Organisation
Weiträumiges
Abstellen der Schützen
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- Warnwestenpflicht für alle Treiber,
Hundeführer und Durchgehschützen
- Hutbandpflicht für alle angestellten
Schützen
- Warnhalsungspflicht für alle eingesetzten
Jaghunde
- Kennzeichnung verbotener Schussrichtungen
/ Einweisung durch Ansteller
- Kugelfang (ggf. erhöhte Jagdböcke)
- ausdrückliches Verbot, die Stände während
des Treibens zu verlassen
- keine selbstständige Anschusskontrolle /
Nachsuche während der Jagd
- Rettungskette / Telefonnummern
- Verkehrssicherungspflicht (inkl. Info
Verkehrsbehörden) /
Warnschilder etc.
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Vorbereitung /
Organisation:
Einladungsschreiben an Jagdgäste, Hundeführer, Schweißhundegespanne
und Treiber:
- Einladungsschreiben beinhaltet Orts- und Zeitangaben, Bestimmungen,
Sicherheit- und Freigabe
- Einforderung von Schusstrainigsnachweis
Bestimmung der Helfer / Ansteller; Aufgaben:
- bringen Schützen zum Sitz und holen wieder ab
- Anschussuntersuchung und Entscheidung über weitere Maßnahmen
- Einsammeln der ausgefüllten Standkarten
- markieren der erlegten Stücke mit Ohrmarken; Eintragung in
Erlegerliste
Größenordnungen:
- pro 10 ha 1 Schütze
- pro 20 ha 1 Treiber
- pro 20 ha 1 Hund
- pro 20 Schützen 1 Schweißhundegespann
- pro 5 Jäger 1 Anschusserfahrener Ansteller
Zusätzliche Hutbänder und Warnwesten für „Vergessliche“
Einrichtung eines Fahrdienstes (zum Anstellen und abholen der
Schützen)
Inspektion sämtlicher Drückjagdstände auf Sicherheit; Markierung
verbotener Schussrichtungen
Revierkartenausschnitte mit Eintrag der Schützen
Abschluss von Hundeversicherung:
es ist möglich, als
Beständer eine "Meuteversicherung" auf Tagesbasis für alle Hunde im
Treiben abzuschließen; damit sind die Hunde dann zusätzlich
versichert. Die Kosten liegen umgelegt auf die "übliche"
Schützenanzahl vs. Hunde bei ca. 8 - 10 Euro. Oft gibt es auch
Rahmenverträge der LJ-Verbände mit einzelnen Versicherungen. Ein
Anbieter ist z.B. die
Gothaer Versicherung,
Abt. JYS in Göttingen Tel. 0551-701-4391
Einrichtung von Aufbrech- und Nachsuchepausen und Errichtung eines
Aufbrechplatzes / Ort für Strecke legen
Wildfolgevereinbarung
Hundemeldeliste
Erlegerliste
Standkarte (zweiseitig in
Jagdscheingröße als PDF Download 153 KB) für jeden Schützen vorbereiten / kopieren
Ort
für Schüsseltreiben
Ggf.
Abstellschützen und Schweißhundegespanne für Tag nach der Jagd
Jagdtag:
Jagdscheinkontrolle
Schießtrainigsnachweis (laufender Keiler / Schießkino etc.)
Einsammeln Geldbetrag (ca. 10€ pro Schütze) für Hundeversicherung /
Treiber
Ausgabe von Hutbändern / Warnwesten
Ausgabe von
Standkarten (hier als PDF Download
710 KB), Revierkarten, Ohrenmarken, Notfallnummern und
Schreibzeug
Begrüßung:
- Begrüßung der Jagdgesellschaft
- Vorstellung des Jagdleiters und der weisungsbefugten Helfer
- Hinweis auf Standkarten
- Ansage aller wichtigen Sicherheitshinweise und – bestimmungen
(eigene Schussverantwortung,
Warnkleidung, Verlassen des Standes, Verbot ins Treiben zu schießen,
Kugelfang, Laden der Waffen etc.)
- Freigabe (eindeutig und detailliert)
- „Hahn in Ruh“ bei mehr als zwei beschossenen, aber nicht verendeten
Tieren
- Fangschuss
- Zeitraum des Treibens / Tagesablauf (Pausen /
Aufbrechen / Strecke
legen etc.)
- Einsammeln freilaufender Jagdhunde am Ende des Treibens
- Vorstellen der Ansteller und ihrer Aufgaben
Abblasen
Aufbrechen (inkl. Proben für Trichinen-Beschau); ggf.
empfiehlt es sich, stärkeres Wild (z.B. geschossene Sau) vor einem
später gelegenen zentralen
Aufbrechen vorab am Anschuss zu lüften.
Strecke legen:
Beim Legen der
Strecke ist seitens der Schützen und Treiber achtsam mit dem Wild
umzugehen. Es ist nicht gern gesehen, wenn das Wild unachtsam
hingeworfen wird, oder man über das zur Strecke gelegte Wild steigt.
Derartige Verhaltensweisen werden als Ausdruck von Geringschätzung
gegenüber dem erlegten Wild gesehen.
Üblicherweise wird das Wild auf die rechte Körperseite zur Strecke
gelegt, und zwar in bestimmter Reihenfolge (je nach Vorkommen):
Rotwild, Damwild, Schwarzwild, Rehe, dann kommen Fuchs, Hase,
Kaninchen, Fasan, Rebhuhn, Ente. Die stärksten Tiere jeder Art werden
rechts an den Anfang der betreffenden Reihe gelegt.
Bei der Niederwildjagd wird die Strecke in folgender Reihenfolge
gelegt: Füchse, Hasen, Kaninchen, Fasanen und sonstiges Flugwild wie
Schnepfen, Ringeltauben oder Enten. Wenn viel Wild auf der Strecke
liegt, wird jedes zehnte Tier einer Wildart etwas vorgezogen.
Der Abschluß der Jagd wird die Strecke mit den Schützen, Hundeführern,
Treibern und Bläsern verblasen. Einige Anordnungen sind dabei üblich,
z.B. Folgende: Die Jäger nehmen vor der Strecke Aufstellung. Gegenüber
stehen die Bläser und "schauen dem Wild ins Waidloch".
Hundeführer und die Treiber stehen an der rechten Seite der Bläser.
Linksseitig der Bläser bzw. rechtsseitig der Jäger steht der Jagdherr
bzw. der Jagdleiter.
Der Jagdleiter meldet dem Jagdherren die Strecke, der allen dankt, die
an der Vorbereitung, dem Ablauf und dem Gelingen der Jagd Anteil
hatten. Danach überreicht er die Erlegerbrüche an die Schützen mit
einem Waidmannsheil, die sich mit einem Waidmannsdank bedanken und
sich den Bruch an die rechte Hutseite stecken.
Mit den Totsignalen für die einzelnen Wildarten sowie mit "Jagd vorbei
und Halali" endet die Jagd.
„zum
Essen“
Eine lesenswerte
Zusammenfassung mit
Empfehlungen zu Bewegungsjagden (174 kb)
hat der Landesjagdverband Baden-Württemberg (LJV
BW) herausgegeben. Inhalte sind:
-
Rechtliche
Aspekte bei Bewegungsjagden
-
Grenzen für
Bewegungsjagden
-
Bewegungsjagd und Sicherheit
-
Waffen,
Munition, Optik
-
Eignung der
Jagdteilnehmer / Einüben der Jagdart
-
Organisation
von Bewegungsjagden
-
Jagdleitung
-
Einsatz von
Jagdhunden
-
Versorgen
von Wild/Wildbrethygiene/Wildbretvermarktung
-
Jagdliches
Brauchtum
-
Jagdstörungen
Im Rahmen einer guten
Vorbereitung zur Drückjagdsaison kann man zudem noch Seminare besuchen,
die oft kostenlos in Jagdclubs, Hegeringen, LJV usw. angeboten werden.
Inhalte der oben genannten Auflistungen kommen aus einem Vortrag von Edgar
Neubert, Mitglied im Jagdclub Bad Nauheim.
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Ansitz
Die Ansitzjagd ist eine der üblichsten Jagdformen. Die Jagdausübung
findet von einem Hochsitz (ggf. auch Erdsitz) statt, wobei die
üblichen Entfernungen zwischen 20 m und 200 m liegen, unter günstigen
Bedingungen auch darüber hinaus. Meist finden sich Hochsitze und
Kanzeln an Wildwechseln, Äsungsflächen, Feldern, Wildäckern oder
Kirrungen. Der Vorteil der Ansitzjagd liegt in der guten Deckung, die
der Hochsitz bringt. Wild ist kaum in der Lage, den Jäger bei ruhigen
und leisen Bewegungen in der Kanzel visuell und akustisch auszumachen.
Lediglich der Wind und die damit verbundenen "Witterung" vermag den
Jäger zu verraten. Dies kann jedoch relativ einfach unterbunden
werden, indem der Jäger sich vor dem Ansitz über die vorherrschende
Windrichtung informiert und dementsprechend den besten Hochsitz
auswählt. Die Höhe des Hochsitzes trägt zudem dazu bei, dass die
Witterung nicht direkt für das Wild auszumachen bzw. zuzuordnen ist.
Wild kommt so meist vertraut, kann in Ruhe angesprochen werden und mit
einem ruhigen, aufgelegten Schuss gestreckt werden. Der Ansitz findet
meist in den Morgen- oder Abendstunden statt, bei entsprechendem
Mondlicht auch als Nachtansitz. Es empfiehlt sich, ca. 1 bis 1,5
Stunden vor der eigentlichen Jagdzeit den Platz - gegen den Wind und
leise - eingenommen zu haben, um eine direkte Beunruhigung der
Umgebung vor der Jagd zu vermeiden; Fahrzeuge sind in einiger
Entfernung zu parken (ca. 100m - 500m je nach Gelände- bzw.
Revierbeschaffenheit), Türen und Kofferraum sind leise zu schließen.
Neben geeigneten Waffen wie
Büchse & Drilling, der richtigen
Munition,
Fernglas sowie
der sonstigen
Ausrüstung ist vor allem eines wichtig: Geduld
Mit der Einstellung, dass auch ein Ansitz ohne Strecke am Ende des
Tages ein Erlebnis ist - weil man sich an der Natur erfreut hat -, ist
die Ansitzjagd eine der schönsten und entspannenden Jagdformen.
Pirsch
Die Pirsch ist eine Jagdform, bei der man dem Wild und der Natur "am
nächsten" ist. Dabei pirscht man durch den Wald, ggf. mit
Unterstützung eines Jagdhundes, und versucht, Wild gegen den Wind
anzugehen und zu erlegen. Hierbei ist es wichtig die Wechsel,
Äsungsflächen und Einstände des Wildes zu kennen, sowie sich langsam,
leise und unauffällig zu bewegen und somit eins mit der Natur zu
werden. Eine leichte und führige Jagdwaffe erleichtert die
Jagdausübung.
Baujagd
Da ich selber kein Experte in Sachen Baujagd bin, sondern lediglich ab
und an den Fuchs am Bau bejage, möchte ich hier zunächst auf eine
Website verweisen, die recht gute Inhalte aufzuweisen hat:
Der Baujagdspezialist
Neben der eigentlichen Baujagd, auf die hier später eingegangen wird,
möchte ich zunächst den Kunstbau erläutern:
Wie sollte der ideale Kunstbau aussehen? Darüber gehen die Meinungen
auseinander. Sehr viele Anbieter bieten daher Einröhrensysteme an, die
einen sehr einfachen Einbau ermöglichen, jedoch einige Schwierigkeiten
mit sich bringen. Aus jahrelanger Erfahrung an verschiedenen Bauen ist
nachfolgender Kunstbau entstanden. Das Standart-System ist recht
einfach aufgebaut: Man hat einen ideal geformten Kessel, der über zwei
jeweils 6 Meter lange Röhren zugänglich ist:
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Durch die zwei Eingänge wird dem Hund "das Sprengen" vereinfacht. Mit der
Verwendung von 20er Röhren ist ein Eindringen des Dachses nahezu
ausgeschlossen. (Das recht preisgünstige System kann bei
Klaus Wirth, Balzheim
unter 0170 / 6818543 käuflich erworben werden.) |
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IM AUFBAU:
Großwildjagd
Weitere Jagdarten
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Am Ende einer jeden Jagd steht die Versorgung des Wildes. Zu diesem
Thema habe ich bereits einige Punkte niedergeschrieben:
Wildversorgung
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