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JAGD
VORBEI - HALALI
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Ausführungen zu:
Wildbretversorgung / Aufbrechen, Wildtransport und Wildbrethygiene |
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Bevor der gesellige Teil (z.B. Strecke verblasen, Schüsseltreiben,
Jagdgericht, Wildessen etc.) einer Jagd beginnt, steht
dem Jäger noch eine wichtige Aufgabe bevor: Die zeitgerechte
Versorgung des Wildes - das Wild aufbrechen.
Wildbretversorgung und Aufbrecharten
Allen Jagdformen gemeinsam ist die Notwendigkeit, das erlegte Wild
zeitnah (der Witterung / Temperatur entsprechend => in warmen
Sommerabenden unverzüglich / innerhalb einer halben Stunde) zu versorgen.
Nur an kalten Herbst-, Winter- oder Frühjahrstagen kann das Wild
längere Zeit (z.B. während einer langwierigen oder wegen Dunkelheit
abgebrochenen Nachsuche) unversorgt im Wald / auf dem Feld
liegenbleiben, ohne zu verhitzen. Jedoch sollte man auch in der kalten
Jahreszeit beachten, dass z.B. eine starke feiste Sau selbst bei
Minusgraden - aufgrund mangelnder Wärmeabgabe bzw. guter Isolierung -
zum zeitnahen Verhitzen neigt. Es empfiehlt sich daher dringend, stärkeres
Wild (z.B. geschossenes Wildschwein auf einer
Drückjagd) vor einem später gelegenen
zentralen Aufbrechen vorab zumindest zu lüften. Dies kann in einer
Pause, oder von einer durchgehenden Treiberwehr erfolgen.
Es
gibt mehrere Möglichkeiten bzw. Vorgehensweisen, Stücke aufzubrechen.
Die unterschiedlichen Varianten sind Resultate aus
hygienischen
Anforderungen und richten sich nach
Treffersitz, technischen Möglichkeiten im Revier (Helfer, Haken
etc.) sowie Aufhängmethoden in der Kühlkammer. Einige möchte ich hier
(in Zukunft noch weiter detailliert und mit Bildmaterial hinterlegt)
kurz erläutern:
Liegend aufgebrochen mit öffnen des Schlosses und des Brustkorbes /
Brustbeines
Hierbei handelt es sich wohl um die klassischste Methode zur
Wildversorgung. Mit feinen Schnitten wird zunächst die Bauchdecke
geöffnet (knapp oberhalb der Zizen / Brunftrute), dann mit Zeige- und
Mittelfinger der linken Hand in die Bauchhöhle gegriffen, Unterseite
der Finger zeigen nach oben. Zwischen den Fingern wird mit der rechten
Hand das Messer geführt, wobei beim Öffnen der Decke die
"Führungsfinger" der linken Hand die Därme und Pansen / Waidsack nach
unten drücken, damit das Messer diese nicht beschädigt. Mit einer
kräftigen Schnittbewegung (oder mit einer Säge bei starken Stücken)
wird das Brustbein längs Richtung Hals durchtrennt und weiter bis zum
Ende des Unterkiefers aufgeschärft. Anschließend werden die
Brunftkugeln & -Rute entfernt (bei männlichen Stücken) und die Decke
bis zum Becken aufgeschnitten.
Im Schlund wird nun die Drossel gegriffen und diese aus Rachen und
Hals unter leichtem nachschärfen nach unten gezogen / entfernt. Dabei
ist darauf zu achten, dass kein Speisebrei heraustritt und in den
Wildkörper fließt. Mit beiden Händen greift man in die Kammer (Lunge,
Herz) und zieht an den Organen nach unten und entfernt diese unter
Zuhilfenahme das Messers. Das Zwerchfell wird links und rechts von den
Rippenbögen durchtrennt, wobei die Zwerchfellpfeiler stehenbleiben, da
diese für den Trichinenbeschau bei Sau noch benötigt werden. Der
gesamte Bauchinhalt (Leber, Darm, Pansen / Waidsack, Milz etc. wird
weiter durch ziehen und nachschärfen entfernt bzw. links oder rechts
von der Bauchhöhle gelegt. Nun wird das (Becken-)Schloss mit einem
Messer oder einer Säge geöffnet. Es ist darauf zu achten, das mittig
gesägt wird um möglichst wenig Keulenfleisch zu entwerten. Ist das
Schloss geöffnet, kann der Darm und die Blase nach hinten heraus durch
das Becken entfernt werden.
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Damit ist das Wild ausgenommen bzw. aufgebrochen. Von den Organen kann
die Leber sehr gut noch als Nahrung in der Küche verwendet werden,
aber auch - wer es mag - die Nieren. Demjenigen, der das Stück
aufgebrochen hat, steht nach "guter Sitte" das "kleine Jägerrecht" zu.
Bei Wildschweinen wird an den Organen eine Schnell- bzw.
Sichtuntersuchung durchgeführt, um ggf. Hinweise auf Krankheiten wie
z.B. Schweinepest zu finden. Kennzeichen sind vorallem Blutungen und
rote Stippen an Nieren (welche zur Begutachtung in Längsrichtung
durchtrennt werden), Lunge etc.
Diese Methode eignet sich gut, wenn man keine Hilfsmittel (z.B. Haken)
/ Helfer im Revier zur Verfügung hat. Legt man das Stück an einen Hang
(Träger nach oben) und fixiert die Position indem man mit beiden Füßen
auf die Hinterläufe tritt und somit die Schenkel des Stückes spreizt,
hat man eine ideale Position.
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Liegend aufgebrochen mit öffnen des Schlosses und geschlossenem
Brustbein
Dies ist eine analoge Methoden wie oben, mit dem Unterschied, das das
Brustbein nicht geöffnet wird. Um die Drossel zu entfernen, greift man
durch den Brustkorb und schärft von innen heraus. Diese Methode findet
Verwendung, wenn die (große) Stücke in der Kühlkammer mit einem Haken
am Brustkorb aufgehängt werden, damit der Wildkörper höher hängt (im
allgemeinen wird der Fleischerhaken in den Unterkiefer eingehängt).
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Hängend & kopfüber aufgebrochen ohne öffnen des Schlosses
("Ringeln")
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Diese Methode ist aus wildpret-hygenischen Gesichtspunkten die
"sauberste" Aufbrechart. Dabei wird zunächst dem geborgene Wild am Boden
mit einen kreisrunden Schnitt das Waidloch ausgeschärft. Anschließend wird
an den Hinterläufen jeweils ein Schnitt zwischen Knöchel und Achillessehne
angesetzt. In den Schnitt wird anschließend ein Haken eingesetzt.
Kopfüber wird das erlegte Stück Wild nun mit den zwei Haken durch die
Hinterläufe an einen Aufbrechbalken, an eine hoch montierte Eisenstange,
an zwei angebrachte Schlingen oder an einen dicken Ast mit gespreizten
Läufen in ca. 1,70 m Höhe aufgehängt.
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Durch feine Schnitte wird nun die Bauchdecke geöffnet und anschließend
bis zum Schlund nach unten aufgeschärft, wobei das Brustbein mit Messer
oder Säge zu öffnen ist. Bei männlichen Stücken wird zunächst wie gewohnt
das Kurzwildpret (Brunftrute und Brunftkugeln) entfernt. Nun wird mit der
Hand in den Wildkörper in das Gescheide gegriffen und der anfangs
losgeschärfte Darm mit Waidloch von innen durch den Beckenknochen
herausgezogen. Ggf. muss hierbei noch leicht mit dem Messer nachgeholfen
werden. Därme, Pansen bzw. Waidsack werden so nach unten herausgezogen;
allein durch die Schwerkraft fällt der Aufbruch relativ leicht. Wie bei
allen anderen Aufbrechmethoden sind zwecks Trichinenbeschau bei
Schwarzwild die Zwerchfellpfeiler stehenzulassen. Die Kammer wird wie
gewohnt gesäubert und der Schlund entfernt.
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Diese Aufbrechmethode bringt vorallem zwei Vorteile mit sich: Zum
einen geht der Aufbruch (ggf. Darminhalt bei Waidwundschuss) und
Schweiß nicht unnötig über die Lenden und Keulen, sondern "fließt ab
bzw. fällt herunter". Zum anderen kann das Schloss in Ruhe beim
Zerwirken geöffnet werden, Wildpret wird nicht "im Eifer des Gefechts"
und unachtsame Schnitte entwertet. Zudem trocknen die Schnittflächen
an den Keulen nicht schon beim Auskühlen aus. |
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Wildtransport
Der
Transport von Wild vom Revier zur Kühlkammer ist in der Regel bei
Einzelstücken oder kleinen Strecken kein Problem. Anders kann dies
allerdings aussehen, wenn auf einer Drückjagd zehn oder mehr größere
Stücke zu transportieren sind. Oftmals werden diese dann auf einem
Pritschenwagen / Transporter gelegt bzw. geschichtet und verweilen
dann dort auch noch einige Zeit, weil es zunächst zum Schüsseltreiben
geht. Es bietet sich daher an, die gelüfteten Stücke Kopfüber an
Querbalken zu hängen; dies spart Platz und ermöglicht ein schnelles
Auskühlen schon auf dem Weg zu Kühlkammer, wo später unter guten
hygienischen Bedingungen
zerwirkt wird:
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Wildbrethygiene / Fleischhygiene
Die Wildbrethygiene beginnt
mit einem "sauberen" Schuss. Der "Küchenschuss" -
für die Wildküche
-, der wenig Wildbret
(manchmal auch Wildpret geschrieben)
entwertet (z.B. Kammer oder Trägerschuss) ist erstrebenswert im Sinne
der Wildbretverwertung. Wichtiger aber ist, dass der Schuss in die
Weichteile aus Sicht der Fleischhygiene unbedingt vermieden werden
muss, - aus Tierschutzgründen ohnehin. Gerade wenn Wild an Dritte
vermarktet wird, ist ein sauber geschossenes Stück Wild, welches
sauber und unverzüglich aufgebrochen wurde, eine
Selbstverständlichkeit und eine Pflicht! Weitere Maßname, Gebote und
Richtlinien zur Wildbrethygiene findet man
hier.
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