Der Deutsch-Kurzhaar
(DK) bzw. "Deutsche Kurzhaarige Vorstehhund" ist die älteste Rasse unter den
kontinentalen
Vorstehhunden, die das "Deutsch" als Namensbestandteil in ihrer
Rassebezeichnung führen. Bereits um die Jahrhundertwende vom 19. zum
20. Jahrhundert wurde das Zuchtbuch DK insoweit geschlossen, als
zumindest offiziell keine Einkreuzungen anderer Rassen mehr
stattfanden. Von seinen frühesten Anfängen her wurde der DK als
vielseitiger Jagdgebrauchshund gezüchtet und ausgebildet. Dies wird
nicht zuletzt dadurch belegt, dass ein DK als erster Hund in das
Jagdgebrauchshundestammbuch eingetragen wurde - aufgrund einer
bestandenen VGP. An dem Zuchtziel der Väter unserer Rasse hat sich bis
heute nichts geändert. Wir wollen den DK als vielseitigen
Jagdgebrauchshund, der sich nach dem Schuss vor keiner anderen
Vorstehhundrasse verstecken muss und der vor dem Schuss den Jäger, der
den Blick für diese besonderen Eigenschaften nicht verloren hat, durch
seine Eleganz, seinen Suchenstil, sein Vorstehen und seine feinen
Manieren begeistern kann. Nicht unerwähnt soll hierbei die Ausdauer
bleiben, die ihn auszeichnet, wenn höhere Temperaturen und schwieriges
Gelände besondere Anforderungen stellen.
Getreu des Grundsatzes "durch Leistung zum Typ" achten unsere Züchter
auf einen hohen Formwert, wohl wissend, dass die Summe der
Eigenschaften, die im Standard DK auch international festgelegt sind,
nicht allein unter ästhetischen Gesichtspunkten zu sehen sind, sondern
vor allem unter dem Gesichtspunkt, dass diese, je besser sie
ausgeprägt sind, unsere Hunde zu besonderen jagdlichen Leistungen
befähigen. Die jährlichen Eintragungszahlen der Welpen ins Zuchtbuch
Deutsch-Kurzhaar schwanken in den letzten zehn Jahren um die Zahl
1200, wobei im Zuchtjahr 2001 eine leichte Zunahme der Welpenzahl um
fast zehn Prozent registriert werden kann. DK liegt mit seinen
Eintragungszahlen in Deutschland deutlich hinter Deutsch-Drahthaar,
die über 3000 Welpen eintragen, und in etwa gleichauf mit den Kleinen
Münsterländern. Ein messbarer Leistungsvergleich ist zu anderen Rassen
nur begrenzt möglich. Er kann sich nur auf die gemeinsamen Prüfungen
und Leistungsnachweise beziehen. Die alljährlichen Prüfungsübersichten
des Stammbuchführers des JGHV lassen erkennen, dass DK bei der VGP,
der VSwP und vor allem beim VBR zur Spitzengruppe zählt, wenn man bei
den dort veröffentlichten Ergebnissen die Relation zur Welpenzahl
berücksichtigt. Weltweit gehört DK sicher zu den verbreitetsten
deutschen Jagdgebrauchshunden. Die Welpenzahlen zum Beispiel
Frankreich und Italien liegen weit über den deutschen
Eintragungszahlen.
Die prüfungsmäßige Erfolgsbilanz korrespondiert mit den Erfolgen beim
jagdlichen Einsatz. Wenn auch die Suchjagd, insbesondere auf
Federwild, heute für viele zu einem besonderen "Schmankerl" geworden
ist, das man sich nur selten gönnt, dann aber umso mehr mit einem DK
genießen kann, so bleiben die vielen anderen Einsatzmöglichkeiten. Zu
den Selbstverständlichkeiten der Arbeiten nach dem Schuss wie
freudigem Apportieren, Nachsuchen, Verfolgen kranken Wildes auch im
schwierigen Gelände, Schweißarbeit und Arbeit im Wasser kommen auch
die Stöbereinsätze im Wasser und im Wald. Auch wenn von Züchtern
konkurrierender Rassen, die mehr auf das Stöbern spezialisiert sind,
gelegentlich sogar unsachlich gegen den Einsatz von Vorstehhunden bei
Bewegungsjagden polemisiert wird (wobei natürlich die Gefahr des
Überjagens der eigenen Rasse bewusst negiert oder zumindest
heruntergespielt wird): Unsere DK werden mit großem Erfolg auch bei
der Hochwildjagd, insbesondere der Jagd auf Schwarzwild, eingesetzt.
Sie sind dann nach dem Treiben in aller Regel wieder zur Stelle.
Unzutreffend sind auch die gelegentlich negativen Äußerungen bezüglich
der Wasserpassion des DK. Dass kurzhaarige Hunde bei der Wasserarbeit
benachteiligt seien, gehört sicher in das Reich der Fabel. Ich kenne
keinen Meeressäuger mit krausem Haar. Die Zeiten, in denen die
Wasserqualität eines durchschnittlichen DK höchsten Anforderungen
nicht standhielt, liegen mehr als ein halbes Jahrhundert zurück.
Das kurze Haar, das unserer Rasse den Namen gab, hat wesentlich mehr
Vorteile als Nachteile. Es ist nicht nur pflegeleichter und trocknet
schneller, sondern die Gefahr von Schnee- und Eisklumpen an den Läufen
und an der Bauchwolle ist nicht gegeben.
DK hat, geschichtlich bedingt, teilweise ein eigenes geschlossenes
Prüfungssystem mit einigen Unterschieden zum Prüfungssystem des JGHV
das die meisten anderen Vorstehhundrassen in Deutschland nutzen (siehe
Kasten).
Die Bedeutung, die wir der Suche und dem Vorstehen beimessen,
entspricht nicht nur unserem Zuchtziel. Wir wissen auch, welche
Bedeutung diese Fächer im Ausland haben. Länder, in denen das
Field-Trial eine Zuchtprüfüng ist (man sollte dieses Prüfungssystem
nicht einfach als Sport abtun!), gewichten diese beiden Fächer in
besonderem Maß, und eine erfolgreiche Zusammenarbeit in einem
Weltverband lebt von gegenseitiger Toleranz. Umso erfreulicher ist
eine weltweite Entwicklung hin zu dem vielseitigen, sehr
leistungsstarken Jagdgebrauchshund DK.
Gruppe 7
Vorstehhunde
Sektion 1 Kontinentale Vorstehhunde,
Typ "Braque". Mit Arbeitsprüfung
Kurzer geschichtlicher Überblick:
Die Geschichte von
Deutsch-Kurzhaar beginnt mit den Hunden, die bei der Netzjagd auf
Federwild, vor allem in den Mittelmeerländern, und bei der Beizjagd
eingesetzt wurden. Über Frankreich, Spanien
und Flandern kamen die Vorstehhunde an die deutschen Fürstenhöfe. Die
wichtigste Eigenschaft dieser Hunde war ihre Vorstehleistung. Mehr
noch wurde ein vorstehender Hund verlangt, nachdem die erste
Doppelflinte (1750) gefertigt war. Vor dem Hunde wurde "Flugwild im
Fluge" erlegt. Das war der Einstieg zum Übergang von einem reinen
Vorstehhund zum vielseitigen Jagdgebrauchshund.
Als entscheidende
Unterlage für den Aufbau und die Entwicklung der Zucht erscheint seit
1897 das "Zuchtbuch Deutsch-Kurzhaar". Prinz Albrecht zu
Solms-Braunfels
war es, der Rassekennzeichen, Beurteilungsregeln der Körperform und
schließlich auch einfache Prüfungsregeln für Jagdhunde aufstellte.
Heute durchläuft der Deutsch-Kurzhaar den Filter einer ausgefeilten
Zucht- und Prüfungsordnung.
Im Standard wird
festgelegt, wie der vielseitige Jagdgebrauchshund Deutsch-Kurzhaar
beschaffen sein soll. Das befähigt ihn, alle Anforderungen im
Jagdbetrieb bis ins hohe Alter zu erfüllen.
Allgemeines
Erscheinungsbild Edler, harmonischer
Hund, dessen Körperbau Kraft, Ausdauer und Schnelligkeit
gewährleistet. Aufrechte Haltung, fließende Außenlinien, trockener
Kopf, gut getragene Rute, straffes, glänzendes Fell und raumgreifende,
harmonische Bewegungen unterstreichen seinen
Adel.
Wichtige Proportionen Die
Rumpflänge sollte die Widerristhöhe ein wenig übertreffen.
Verhalten /
Charakter (Wesen)
Fest, ausgeglichen, zuverlässig, gezügeltes Temperament, weder nervös,
scheu noch aggressiv.
Kopf Trocken, markant, weder zu leicht noch zu schwer, in Stärke und
Länge der Körperform und dem Geschlecht entsprechend.
Oberkopf
Schädel
Genügend breiter, flach gewölbter Schädel, schwach ausgeprägter
Hinterhauptstachel, Stirnfurche nicht zu tief, erkennbar ausgebildete
Augenbrauenbögen.
Stop Nur mäßig ausgebildet.
Gesichtsschädel
Nasenschwamm
Etwas vorspringend. Nasenöffnungen genügend weit, breit und beweglich.
Grundsätzlich braun, bei schwarzen Hunden oder beim Schwarzschimmel
jedoch schwarz. Nur bei weißer Grundfarbe ist eine fleischfarbene oder
gefleckte Nase zulässig. Fang
Lang, breit, tief und kräftig um dem Hund das richtige Tragen des
Wildes zu erleichtern. Der Nasenrücken zeigt, von der Seite gesehen,
eine leichte Wölbung in allen Obergängen von einer edel geformten
Ramsnase bis zu einer geringen Erhebung über die gerade Linie, beim
Rüden stärker ausgeprägt. Die ebenfalls noch zulässige ganz gerade
Nasenrückenlinie ist weniger ansprechend, ein durchgebogener
(konkaver) Nasenrücken ist ein schwerer Fehler. Lefzen
Anliegend, nicht zu stark überhängend, gut pigmentiert. Fallen von der
Nase bis zum Trennungspunkt fast senkrecht ab, gehen dann in einem
flachen Bogen zum mäßig ausgeprägten Lefzenwinkel. Kiefer/Gebiss Zähne Kräftige Kiefer mit einem perfekten, regelmäßigen und
vollständigen Scherengebiss, wobei die obere Schneidezahnreihe ohne
Zwischenraum über die untere greifen sollte und die Zähne in etwa
senkrecht im Kiefer stehen; mit 42 gesunden Zähnen gemäß der
Zahnformel. Wangen
Kräftig, gut bemuskelt. Augen
Von mittlerer Größe, weder hervortretend noch tiefliegend. Die ideale
Farbe ist dunkelbraun. Die Lider gut anliegend. Behang
Mäßig lang, hoch und breit angesetzt, glatt und ohne Drehung dicht am
Kopf herabhängend, unten stumpf abgerundet. Weder zu fleischig noch zu
fein. Er soll nach vorn gelegt, ungefähr mit dem Lefzenwinkel
abschneiden. Hals
Länge in Harmonie zum Gesamtbild, zum Rumpf hin allmählich breiter
werdend. Nacken sehr muskulös und leicht gewölbt. Straff anliegende
Kehlhaut.
Körper
Obere Profillinie
Gerade und leicht abfallend. Widerrist
Deutlich. Rücken
Fest, gut bemuskelt. Die Dornfortsätze sollen durch Muskulatur
verdeckt sein. Lenden
Kurz, breit, muskulös, gerade oder leicht gewölbt Übergang vom Rücken
zur Lende stramm und gut geschlossen. Kruppe
Breit und genügend lang, nicht kurz abgeschlagen und zur Rute hin nur
leicht abfallend, gut bemuskelt. Brust
Mehr tief als breit mit gut ausgeprägter Vorbrust und möglichst weit
nach hinten reichendem Brustbein. Brustbein und Ellenbogengelenk
sollen in gleicher Höhe liegen. Rippen gut gewölbt, weder flach noch
tonnenförmig, Hintere Rippen gut herabreichend. Untere Profillinie und Bauch
In einem eleganten Bogen leicht aufgezogen nach hinten verlaufend,
trocken. Rute
Hoch angesetzt, im Ansatz kräftig, sodann sich verjünge, mittellang.
Für den Jagdgebrauch etwa um die Hälfte gekürzt. In der Ruhe
herabhängend, in der Bewegung waagerecht und nicht zu hoch über der
Rückenlinie oder stark gekrümmt getragen. (In Ländern, in denen der
Gesetzgeber ein Rutenkupierverbot erlassen hat, kann die Rute
naturbelassen bleiben. Sie sollte bis zum Sprunggelenk reichen und
gerade bzw. leicht säbelförmig getragen werden).
Gliedmaßen Vorderhand Allgemeines
Von vorne betrachtet gerade und parallel, von der Seite betrachtet gut
unter dem Körper stehende Läufe. Schultern
Schräg und nach hinten flach anliegendes Schulterblatt. Kräftige,
trockene Muskulatur. Gute Winkelung zwischen Schulterblatt und
Oberarm. Oberarm
Möglichst lang, gut und trocken bemuskelt. Ellenbogen
Am Körper anliegend, jedoch nicht angepresst, weder auswärts noch
einwärts gedreht, weit nach hinten platziert. Gute Winkelung zwischen
Oberarm und Unterarm. Unterarm
Gerade, ausreichend bemuskelt. Kräftige, nicht grobe Knochen. Vorderfußwurzelgelenk
Kräftig. Vordermittelfuß
Minimale Winkelung von Unterarm und Vordermittelfuß, nie steil
stehend. Vorderpfoten
Rund bis löffelförmig, mit eng aneinanderliegenden, ausreichend
gewölbten Zehen. Kräftige Zehenkrallen. Derbe, widerstandsfähige
Ballen. Sie fußen parallel, im Stand und in der Bewegung weder ein-
noch auswärtsgerichtet. Hinterhand Allgemeines
Von hinten betrachtet gerade und parallel. Gute Winkelungen. Kräftige
Knochen. Oberschenkel
Lang, breit und muskulös. Gute Winkelung zwischen Becken und
Oberschenkel. Knie
Kräftig, mit guter Winkelung zwischen Ober- und Unterschenkel. Unterschenkel
Lang, muskulös und sehnig. Gute Winkelung zwischen Unterschenkel und
Hintermittelfuß. Sprunggelenk
Kräftig. Hintermittelfuß
Senkrecht stehend, kräftig. Hinterpfoten
Rund bis löffelförmig, mit eng aneinanderliegenden, ausreichend
gewölbten Zehen. Kräftige Zehenkrallen. Derbe, widerstandsfähige
Ballen. Sie fußen parallel, im Stand und in der Bewegung weder ein
noch auswärts gerichtet. Gangwerk
Raumgreifend, mit viel Schub und entsprechendem Vortritt, in Vorder-
und Hinterhand gerade und parallel; dabei gut aufgerichtete Haltung.
Passgang ist unerwünscht. Haut
Straff anliegend, ohne Faltenbildung. Haarkleid Haar
Kurz und dicht, soll sich derb und hart anfühlen. Am Kopf und am
Behang soll es dünner und kürzer sein, an der Unterseite der Rute
nicht auffallend länger. Es sollte den ganzen Körper bedecken.
Farbe
a) Braun, ohne Abzeichen.
b) Braun, mit geringen weißen oder gesprenkelten Abzeichen an Brust
und Läufen.
c) Dunkler Braunschimmel mit braunem Kopf, braunen Platten oder
Tupfen. Die Grundfarbe eines derartig gezeichneten
Hundes ist nicht braun mit weiß oder weiß mit braun, sondern das Haar
zeigt ein so inniges Gemisch von braun und weiß, dass hieraus jenes
für den praktischen Jagdgebrauch so wertvolle, unauffällige Äußere
entsteht. An der Innenseite der Hinterläufe sowie an der Rutenspitze
ist die Färbung häufig heller.
d) Heller Braunschimmel mit braunem Kopf, braunen Platten, Tupfen oder
ohne Platten. Bei dieser Färbung sind braune Haare in geringem Maße
vorhanden, es herrschen die weißen Haare vor.
e) Weiß, mit brauner Kopfzeichnung, braunen Platten oder Tupfen;
f) Schwarze Farbe in denselben Nuancen wie die braune bzw.
Braunschimmelfarbe.
g) Gelber Brand ist zugelassen.
h) Blesse, Schnippe und gesprenkelte Lefzen sind zulässig.
Größe Widerristhöhe
Rüden: 62 bis 66 cm
Hündinnen: 58 bis 63 cm
Fehler
Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten ist als Fehler anzusehen,
dessen Bewertung im genauen Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen
sollte.
- Fehler in der Aufrichtung, Fehler im Geschlechtstyp.
- Zu kurzer Fang.
- Zu starke oder zu geringe
Belefzung.
- Fehlen von insgesamt 2 Zähnen (P1
und M3), d.h. von den insgesamt 4 P1 und 2 M3 dürfen höchstens 2 Zähne
fehlen.
- Zu helles Auge. Hellgelbe Greifvogelaugen.
- Zu langer, zu kurzer, zu schwerer, zu schmal angesetzter oder
gedrehter Behang.
- Lose Kehlhaut.
- Leichter Karpfenrücken.
- Zu kurze Kruppe.
- Zu tiefe Brust.
- Rute zu hoch über der Rückenlinie oder stark gekrümmt getragen.
- Nach auswärts oder einwärts gedrehte Ellenbogen. Zeheneng oder
zehenweit, bodeneng oder bodenweit.
- Steile Hinterhand.
- Leichte Fassbeinigkeit, leichte Kuhhessigkeit oder Enghessigkeit.
Schwere Fehler
- Schwerfälliger, lymphatischer grobknochiger Körperbau.
- Ausgeprägter Stop
- Fleischfarbene oder gefleckte Nase (außer bei weißer Grundfarbe).
- Spitzer Fang. Durchgebogener (konkaver) Nasenrücken,
- Zangengebiss sowie partielle Zange.
(Bei Hunden im Alter von mehr als 4 Jahren hat eine sog. Alterszange
keinen Einfluss auf die Bewertung, sofern ein Deutsch-Kurzhaar-Club
bestätigt, dass auf einer vorherigen Zuchtschau ein korrektes Gebiss
festgestellt wurde.)
- Deutlicher Karpfenrücken. Leichter Senkrücken.
- Erheblich fehlende Brusttiefe. Unausgeprägte Vorbrust. Zu flacher
oder tonnenförmiger Brustkorb.
- Stark auswärts oder stark einwärts gedrehtes Ellenbogengelenk.
- Weiches, zu stark überstrecktes Vorderfußwurzelgelenk.
- Steilstehender Vordermittelfuß.
- Stark kuhhessig oder stark faßbeinig, sowohl im Stand wie auch in
der Bewegung.
- Überbaute Hinterhand.
- Gespreizte Zehen.
- Flache Pfoten
- Schwerfälliges Gangwerk.
- Abweichungen von mehr als 2 cm von den genannten Widerristhöhen.
Ausschließende
Fehler - Grobe Abweichungen vom Geschlechtstyp.
- Fehlen von mehr als 2 von den insgesamt 4 P1 und 2 M3.
Fehlen eines Zahnes oder mehrerer Zähne (außer P1 und M3).
Nicht sichtbare Zähne gelt
en
als fehlende Zähne, sofern nicht ein Deutsch-Kurzhaar-Club bestätigt,
dass auf einer vorherigen Zuchtschau oder Zuchtprüfung deren
Vorhandensein festgestellt wurde.
- Vor- oder Rückbiss, Kreuzbiss sowie alle Übergangsformen dazu.
- Überzählige Zähne außerhalb der Zahnreihe und mehr als 6
Schneidezähne im Ober- und Unterkiefer
- Kiefer- und Lefzenspalt.
- Stark lose Lider, Ektropium, Entropium, Distichiasis (doppelte
Wimpernreihe).
- Starker Senkrücken. Verkrümmung der Wirbelsäule.
- Deformierter Brustkorb, z.B. "abgesetzte Brust".
- Wolfszehen und Wolfskrallen.
- Jede Art von Wesensschwäche
N.B.: Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden
aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.
Der Körperbau des Hundes
Umrisszeichnung
1. Nase (Nasenspiegel,
Nasenschwamm)
10. Rücken (Lende)
2. Nasenrücken
11. Kruppe
3. Stirnabsatz (Stop)
12. Rutenansatz
4. Oberkopf
13. Unterbauch
5. Genick
14. Unterbrust
6. Nackengegend des Halses
15. Karpalballen
7. Widerrist
16. Vorderbrust
8. Eigentlicher Rücken
17. Kehlrand des
Halses
9. Rückendelle
18. Fang
Das Gebiss des Hundes
Schematische
Seitenansicht des Hundegebisses (linke Schädelseite)
Anmerkung:
Der Einfachkeit halber wurde bewusst die in deutschen
kynologischen Kreisen übliche Nummerierung der Prämolaren
1 bis 4, beginnend vom Fangzahn von
vorn nach hinten gewählt. Die internationale Nomenklatur
bezeichnet den kleinsten hinter dem Fangzahn stehenden
Prämolaren mit Nr. 4, den größten vor den Molaren mit Nr. 1.
Schematische
Vorderansicht des Hundegebisses mit Schneidezähnen und
Fangzähnen (die unteren Fangzähne stehen vor den oberen,
die Schneidezähne sind mit Zahlen bezeichnet):
Oberkiefer
Unterkiefer
Schematische Darstellung verschiedener
Typen des Hundegebisses
(von links gesehen):
a) Korrekt!
Scherengebiss
b) Bedingt
korrekt! Zangengebiss
(Vorsicht bei Zuchtverwendung!)
Damals stand ich vor der Entscheidung Weimaraner oder
Deutsch-Kurzhaar; optisch sind sie sich vom Körperbau sehr ähnlich.
Beide Rassen hatten es mir angetan und so war eine Entscheidung nicht
leicht. Ich habe mit mehreren Leuten, Jägern und Hundeführern
gesprochen, schließlich war es eine ganz knappe, aber dennoch
eindeutige Entscheidung.
Den Weimaraner finde ich einen ausgesprochen tollen Jagdhund, mit
einer ausgeprägten optischen Eleganz, - durch Körperbau und Farbe.
Dieser Hund wird einem nicht von der Seite weichen, er Jagd für sein
Herrchen allein. Und dies ist wörtlich zu verstehen.... es kann gut
sein, dass er auf mal mit einen Rehkitz oder Schmalreh im Fang freudig
ankommt und einem ein Geschenk macht. Denn, der Weimaraner ist der
kräftigste und größte unter den deutschen Jagdhunderassen. Früher
wurde er oft von Förstern gehalten, denn er hat eine ausgesprochene
Mannschärfe, die im Wald einen hohen Schutz vor "Gesindel" bietet.
Was auf der
Jagd ein großer Vorteil ist - wenn der Jagdhund mit fester Hand
geführt wird -, kann andererseits daheim zu Problemen führen. Bei der
Mehrheit und bei konsequenter Erziehung wird es wohl nicht oft so
sein, aber was ist im Fall wenn? Der Weimaraner ist sehr stark
führerbezogen. Dies können andere Jagdhunderassen auch sein, aber der
Weimaraner ist hier sicherlich ein Paradebeispiel dafür. Für den
Führer macht er alles, - konsequent. Man selber als Führer und
Alpha-Tier wird mit etwas Hundeerfahrung wohl keine Probleme bekommen.
Was ist aber, wenn der Hund neben einem selbst keine oder nur wenig
Andere neben sich duldet? Aus dem Bekanntenkreis ein Beispiel (mit dem
Zusatz, dass der Weimaraner dort nicht jagdlich geführt wird und er
dadurch unausgelasteter sein wird, als im jagdlichen Einsatz): hier
akzeptiert er kein anderes Familienmitglied; handzahm in der
Führerhand, traut sich kein anderes Familienmitglied mit ihm spazieren
zu gehen. Was ist, wenn ggf. Kindernachwuchs in die Familie kommt und
der Hund diesen nicht akzeptiert? Was ist, wenn man mal krank wird
oder man mal länger weg sein muss? Selbst wenn er seine komplette
Familie akzeptiert und dort ohne Probleme Gehorsam zeigt. Macht er das
auch bei Dritten? Was ist, wenn er mal nicht jagdlich ausgelastet
werden kann? Ein Weimaraner will extrem gefordert und gefördert sein,
sonst schafft er sich selber die "nötige Entspannung" - wie immer die
dann auch aussehen mag.
Nicht, dass
hier etwas falsch verstanden wird, ich mag die grauen Jagdhunde
wahnsinnig gerne. Und es kann auch gut sein, dass ich mir in meinem
(hoffentlich noch langen (Jäger-)Leben) noch einen zulege - und den
Hund ohne die geringsten Probleme führe. Nur, - man sollte einfach ein
paar Punkte im Vorfeld klären und wissen, was kommen könnte und was
man dann macht oder wie man damit umgeht. Fazit: Weimaraner sind
unheimlich tolle Begleiter, - aber eben halt mit starkem Kopf und
nicht immer einfach zu führen. Sie erfordern eine sehr sehr starke und
konsequente Hand.
Der Deutsch-Kurzhaar war immer meine andere Präferenz. Er ist nur
geringfügig kleiner als der Weimaraner (je nach Zuchtlinien kann er
auch mal größer sein). Ebenfalls sehr elegant und durch das kurze Fell
pflegeleicht. Es gibt ihn in mehreren farblichen Varianten (braun
(selten schwarz), braun-weiß gefleckt (man sagt mit Platten),
schimmelig braun oder grau, oder in weiteren Varianten (z.B. Körper
weiß, Kopf braun usw.) Der DK ist mehr Familienhund, etwas gutmütiger
als der Weimaraner (wenngleich das nicht mit weich zu verwechseln ist,
wie z.B. eher beim Magyar Vizsla der Fall). Sehr gelehrig, in der
Ausführung konsequent. Er kann Familienanschluss haben, kann aber auch
als Zwingerhund gehalten werden, wenngleich er schon lieber bei seinem
Mensch-Rudel sein möchte. Jagdlich wie gesagt ein Vollgebrauchshund.
Klar, er wird nie DER Experte auf einem Gebiet sein, wie z.B. ein BGS
auf Schweiß. Aber: 90% aller Nachsuchen wird er nach einer guten
Ausbildung meistern. Dafür will ich ihn führen, und wenn er mal nicht
weiterkommt, kann man immer noch einen Schweißexperten hinzuziehen.
Ansonsten kann der DK sehr sehr viel und das ausgesprochen gut.
Natürlich
benötigt auch der Deutsch-Kurzhaar viel Beschäftigung und viel
Auslauf, sonst gibt es auch hier Probleme und er tanzt einem auf dem
Kopf herum. Eine starke Hand erfordert auch er, Rüden (die nach meiner
Meinung aufgrund des kräftigeren Fangs etwas schöner aussehen - dies
ist aber subjektiv) meist etwas mehr.